Sonntag, 25. August 2013

Der Anschlag



DER ANSCHLAG
Thema des Films ist klar, oder? Von zigtausenden Atomwaffen der USA fehlt genau eine. „Sum of all Fears“ heißt der Film im Original. Mitspielen tun unter anderem Morgan Freeman und Ben Affleck. Letzterer spielt einen CIA-Typen, ziemlich neu in diesem Job. Seine Freundin weiß zunächst überhaupt nicht, was genau ihr Freund denn eigentlich da tut. Naja, und ist wohl klar, um was es dann im Film geht. Diese jene eine entwendete Atomwaffe muss aufgespürt werden und der Feind, der sie sich geschnappt hat, „unschädlich gemacht werden“. - Ziemlich realistisches Thema der Film, könnte ja alles ziemlich bald geschehen, was da in dem Film, wie ich jetzt, bevor ich ihn gesehen habe, vermute, wahrscheinlich ziemlich übertrieben dargestellt wird. Meine Vermutung, bevor ich den Film sehe: ich denke, es wird ein vor Patriotismus triefender, ekeliger Film sein. Ich weiß nicht, wie Ben Affleck das immer schafft. Pearl Harbor, Armageddon und nun dieser Film. (fehlt nur noch Titanic 2 *g*). Ja, aber kann ja sein, dass ich mich mit meinen Vorurteilen täusche. Lasse mich gerne vom Gegenteil überzeugen. Mal gucken. JETZT DIE KRITIK, HABE DEN FILM NUN GESEHEN: Ja, das Positive zuerst: eigentlich ein zumindest ganz ordentlich gemachter Film, das Ganze. Die Charaktere sind recht gut ausgearbeitet und die ersten ca. 30-40 Minuten gehen absolut in Ordnung. Dann allerdings entwickelt sich der Film zu einer einzigen Lachnummer. Der von mir vermutete zutiefst und widerlich vor sich hin triefende Patriotismus. UARGH. Ich glaube, ich muss kotzen. Ein vollkommen aufgeblähter Film mit absolut minimalem Inhalt. Und das dann ausgedehnt auf fast zwei Stunden. Die Liebesszenen haben mich extrem gestört, fand ich total fehl am Platz und mehr als nur ein bisschen überflüssig. Ich kann auch Ben Affleck, der auch in diesem Film (indirekt) die Heldenrolle innehat in eben diesen ständig gleichen Helden-Filmen nicht mehr sehen. Das ist primitiv, billig und schauspielerisch zutiefst einfältig und traurig. Sowieso hat mich total genervt, wie der von Ben Affleck verkörperte Charakter natürlich fast alleine die ganz große drohende Katastrophe abwendet. Langweilig war auch das ewige Hin und Her von wegen Angriffen und Gegenangriffen und den ständigen Sprüchen, man müsse zeigen, und das mit Waffengewalt, dass man sich das nicht gefallen lässt. Tolle Devise. Und so ist auch in diesem Film wieder alles beim amerikanischen alten: die bösen Russen sind der schlimme, schlimme Feind und die Deutschen, bzw. der österreichische Oberneonazi ist der Gegner der USA, der den ersten „Anschlag“ erst möglich machte. Simpel, billig und erbärmlich. Ich will dem Film nicht abstreiten, dass er weite Strecken hindurch wirklich ganz unterhaltsam ist, aber wenn ich dann auch noch in einer Szene ewig in die Länge gezogen die amerikanische Nationalhymne hören muss und dauernd die amerikanischen Flaggen sehen muss, dann wird mir wirklich schlecht. Toll, Amerika, der Überheld, die Retter aller. Wie ich vermutet habe, Patriotismus pur. Und mir ist schleierhaft, weshalb Tom Clancy’s ewig billigen Bücher andauernd verfilmt werden. Mal ehrlich: diese billige, unoriginelle Story ohne Überraschungen und ohne irgendeiner echten Höhepunkt, alles simpel dargestellt, das hätte ich mir auch einfallen lassen können. Noch positiv zu erwähnen wäre, dass es einige durchaus witzige Szenen und Dialoge gibt, hält sich aber auch in Grenzen. Ein typisch amerikanischer Brei, an dem sich Millionen Amis wieder mal so richtig schön aufgeilen können.

** (ganz knapp geschafft)

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